Prüm/Trier: Nach Schusswaffengebrauch durch einen Polizisten ermittelt Staatsanwaltschaft

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Trier/Prüm. Nachdem ein Polizist in Prüm bei einem Einsatz am Donnerstag (21. Juni) von der Schusswaffe gegen einen, mit einem Zaunpfahl bewaffneten 45-jährigen Mann Gebrauch gemacht hat, hat die Staatsanwaltschaft Trier routinemäßig auch gegen den Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet, bei dem insbesondere geprüft werden soll, ob der Beamte in Notwehr gehandelt hat. Gegen den 45-jährigen, nach derzeitigen Erkenntnissen psychisch kranken Syrer, der bereits mehrere Jahre in Deutschland lebt, wurde ebenfalls ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Am Donnerstagvormittag war eine Streifenwagenbesatzung der Polizeiinspektion Prüm zu dem Parkplatz zwischen „Netto“ und dem Blumengeschäft „Gröhsges“ in unmittelbarer Nähe zum Prümtalradweg gefahren, weil ein Zeuge dort eine verdächtige Person gemeldet hatte, die sich auffällig verhalten solle. Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen soll die verdächtige Person die beiden Polizeibeamten, nachdem diese sie angesprochen hatten, unvermittelt mit einem Zaunpfahl attackiert haben. Hierbei erlitt einer der beiden Beamten Verletzungen im Bereich des Armes und der Schulter. Der von den Schlägen getroffene Beamte soll in dem Kampfgeschehen seine Dienstwaffe gezogen und einen Schuss abgegeben haben, der den Angreifer im Bereich des Oberschenkels verletzte. Der Angreifer befindet sich derzeit in stationärer ärztlicher Versorgung im Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Etwaige der Polizei bislang nicht bekannte Zeugen des Tatgeschehens werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Prüm, 06551/9420 oder der Kriminalpolizei in Trier, 0651/97792290, zu melden.

 

Rechtliche Hinweise:

Eine gefährliche Körperverletzung begeht u.a., wer einen anderen mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verletzt.

Gemäß § 32 Strafgesetzbuch handelt derjenige nicht rechtswidrig, wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Gemäß § 152 Abs. 2 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet zu ermitteln, wenn ihr zureichende tatsächliche Hinweise auf verfolgbare Straftaten bekannt werden. Die Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft bedeutet mithin weder, dass Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens sich tatsächlich strafbar gemacht haben noch dass für ihre spätere Verurteilung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit besteht.

 

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