Verboten, gefährlich, aber leider alltäglich: Handy am Steuer

b_250_0_16777215_00_images_Symbolbilder_kontrolltag.jpgPolizei Prüm beteiligte sich an länderübergreifendem Kontrolltag

Prüm. Rasch noch eine Whatsapp-Nachricht tippen, schnell noch einen Schluck aus dem Kaffeebecher: das geht doch nebenbei  auf dem Fahrrad,  beim Autofahren oder beim Überqueren der Straße. Das spart Zeit. Dabei zeigen Untersuchungen, dass das menschliche Gehirn nur bedingt in der Lage ist, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig zu bewältigen. Multitasking – eine Illusion. Wissenschaftliche Untersuchungsreihen zeigen:  das Unfallrisiko bei Nutzung eines Smartphones erhöht sich gleich um das bis zu 30-fache.   „Der schnelle Blick aufs Handy, auch wenn er nur zwei Sekunden dauert, bedeutet bei Tempo 130 mehr als 70 Meter Blindflug.“, so PHK Zeimetz, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Prüm. Die Nutzung sogenannter mobiler elektronischer Geräte, wie es der Gesetzestext formuliert, gemeint sind hiermit nicht nur Handys, sondern auch mobile Navigationsgeräte, Tablets und Ähnliches, wird immer öfter als Unfallursache ausgemacht. Die Dunkelziffer dürfte dabei hoch sein. Oft ist eine Ablenkung naheliegend, kann aber nicht explizit nachgewiesen werden. Außerdem wird die Unfallursache „Ablenkung“ noch nicht statistisch erfasst. Die Einführung einer Unfallursachenziffer „Ablenkung“ wird aktuell diskutiert. Ziel der gestrigen Kontrollaktion war es nun, die Verkehrsteilnehmer für die Gefahren zu sensibilisieren und das Bewusstsein neu zu schärfen.  Hierzu wurden am Donnerstag länderübergreifend Kontrollen durchgeführt, an denen sich die Polizeiinspektion Prüm mit 6 Mann beteiligte. Es wurden Kontrollen in Prüm, Bleialf und Stadtkyll durchgeführt, in denen rund 50 Fahrzeuge angehalten wurden. Das  Augenmerk wurde nebenbei darauf gerichtet, ob die Fahrzeuge technisch in Ordnung waren und die Fahrer den Sicherheitsgurt während der Fahrt angelegt hatten. Insgesamt wurden 24 Verstöße festgestellt. Gegen zwei Pkw-Fahrer wurde ein Bußgeldverfahren  wegen Handynutzung eingeleitet. Die Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Gleich 15  Fahrer wurden mit einem Verwarngeld belegt, weil sie ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Daneben wurden mehrere Mängelberichte ausgestellt, weil technische Unzulänglichkeiten, wie defekte Leuchten oder mangelhafte Bereifung  festgestellt wurden.  Die Polizei Prüm zieht ein positives Fazit: gravierende Verstöße wurden nicht festgestellt.

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