Trier. Gegen den 87-jährigen Mann, der am Sonntagmittag, 16. Dezember, in seiner Wohnung in Trier-Nord auf seinen 47-jährigen Stiefsohn geschossen und diesen schwer verletzt hatte, wurde die Untersuchungshaft angeordnet. Nach den bisherigen Ermittlungen soll es in der Wohnung des 87-Jährigen in der Franz-Georg-Straße zu einem Streit mit dem 47-jährigen Stiefsohn gekommen sein. Grund ist ein seit Jahren schwelendes Zerwürfnis zwischen dem 47-Jährigen und seinem Stiefvater. Der Streit, bei dem auch die 76-jährige Mutter des späteren Opfers, seine Ehefrau und sein 14-jähriger Sohn anwesend waren, eskalierte am Sonntagmittag. Schließlich nahm der 87-jährige Beschuldigte einen Revolver, den er im Wohnzimmer deponiert hatte, schoss auf seinen Stiefsohn und traf ihn in die Brust. Für den Revolver hat der Beschuldigte keinen Waffenschein. Der Geschädigte brach daraufhin zusammen. Seine Ehefrau und sein Sohn verließen die Wohnung. Der Beschuldigte selbst rief über den Notruf den Rettungsdienst an. Anschließend schoss er erneut auf den am Boden liegenden Geschädigten, traf ihn aber nicht. Der 47-Jährige konnte sich schwerverletzt aus dem Haus retten. Zwischenzeitlich waren Polizei und Rettungsdienst vor dem Anwesen eingetroffen. Der Verletzte wurde versorgt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine Schussverletzung ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht lebensgefährlich. Der 87-jährige Schütze kam wenig später auch aus dem Haus und ließ sich widerstandslos festnehmen. Seine 76-jährige Ehefrau sowie die Ehefrau und der Sohn des Geschädigten wurden nicht verletzt. Der Beschuldigte räumte in einer Vernehmung den Sachverhalt ein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier wurde er heute dem Haftrichter beim Amtsgericht Trier vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung anordnete. Der Mann ist zwischenzeitlich in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden.